Gerne möchte ich euch nun etwas erzählen, wie ich vor einigen Jahren leidenschaftlich gerne meinen Jahreswechsel verbracht habe. Und dieses ganz tolle Erlebnis habe ich 13 Jahre hintereinander erlebt.
Neben Eisenbahnfan bin ich auch ein sehr musikinteressierter Fan. Zu meinen Vorlieben gehörten seit dem Jahre 2002 die „Bläck Fööss“. Im Sommer 2002 war ich zum ersten Mal auf einem Bläck Fööss Konzert am „Kölner Tanzbrunnen“. Ich war von der Vielfalt der Musik und den Liedern sehr angetan. Seitdem habe ich sie liebgewonnen.
Ab dem Jahre 2003 war ich auf vielen Bläck Fööss Konzerten gewesen, sei es im „Millowitsch Theater“ in Köln am „Rudolfplatz“, im „Theater am Tanzbrunnen“, natürlich gehörten seit jeher auch die traditionellen Sommerkonzerte am „Tanzbrunnen“ dazu, Konzerte in der „Philharmonie“ usw. Das sind so Stammlokations, wo sie in der Regel so einmal im Jahr auftreten. Diese Konzerte in diesen Spielstätten haben immer etwas Reizvolles an sich.
Auch drumherum war ich auf Bläck Fööss Konzerten, wie z.B. auf dem Schützen- und Volksfest in Leverkusen-Schlebusch auf der großen Bühne im „Wuppermannpark“, oder auch in Schildgen im Festzelt bei unserem Schützen- und Dorffest im Jahre 2015. Im Jahre 2005 war ich auf einem Bläck Fööss Konzert im „Neulandpark“ in Leverkusen-Wiesdorf, einmal in der „Schützenhalle“ bei Burscheid und ja sogar auch schon zweimal in Bonn-Siegburg.
Bonn-Siegburg ist für mich auch eine tolle Stadt und sie hat einen tollen Marktplatz, auf dem immer sehr viele Veranstaltungen stattfinden. Im Jahre 2004 war dort die 900-Jahr-Feier der Stadt Siegburg und in diesem Zusammenhang gab es dort ein Bläck Fööss Konzert auf dem Marktplatz. Da ich die Stadt sehr mag sowie die Band sehr mag, habe ich mir gedacht, doch mal dort hinzufahren. So habe ich mir ein kleines Hotelzimmer gebucht, damit ich die Veranstaltung bis zum Schluss in vollen Zügen genießen konnte und des Weiteren brauchte ich dann auch nicht spät in der Nacht wieder zurückfahren.
Im Jahre 2014 traten sie ebenso in Siegburg auf, diesmal in der Stadthalle. Auch da habe ich mir ein Zimmer genommen, um das ganze Programm in Ruhe genießen zu können. So habe ich mir da immer dann in diesem Zusammenhang schöne Wochenenden gemacht, die ich mir dann richtig schön gestaltet habe. Für solche kleinen Kulturtripps braucht man ja nicht viel Gepäck und eine Nacht in einem kleinen Hotel ist auch nicht so teuer, dass man sich das auch mal leisten kann.
Die erste Veranstaltung im Jahre 2004 war an einem Samstag im August und die zweite Veranstaltung im Jahre 2014 an einem 30. April, also quasi eine flotte „Kölsche Tanz in den Mai“-Party. Auch in dem kleinen „Scala Club“ in Leverkusen-Opladen habe ich die Fööss schon gesehen, sowie auch im „Leverkusener Forum“. Ja, einmal gab es auch eine Benefizveranstaltung in Bergisch Gladbach auf dem „Konrad-Adenauer-Platz“. Als ich erfahren hatte, dass dort die Fööss auftreten, habe ich mir gedacht „Nichts wie hin!“. Auch im Kölner „Gürzenich“ habe ich sie schon gesehen, bei der Konzertreihe „50 Jahre Kriegsende“ in Köln mit vielen Zeitzeugen und Liedern aus der Nachkriegszeit.
Ja, das waren immer so ganz tolle Konzerte gewesen, wo ich sehr oft hingegangen bin. An den Bläck Fööss gefällt mir einfach die Vielfalt ihrer Musik und vor allem die vielen aussagekräftigen Texte.
Auch Karnevalssendungen aus Köln habe ich früher immer gerne hauptsächlich wegen den Bläck Fööss geschaut. Als ich in der Fernsehzeitung gesehen hatte, wer da alles auftritt und ich den Namen Bläck Fööss gesehen hatte, war mir schon klar, was das Abendprogramm war. Aber keine Sorge, es gab nie Streit bei uns in der Familie um das Fernsehprogramm, denn meine Mutter liebte ebenso den Rheinischen Karneval und für sie war es ebenso Tradition, sich diese Sendungen anzuschauen.
Ja und irgendwann kamen dann die traditionellen Silvesterkonzerte in der „Lanxess Arena“ (früher „Kölnarena“) noch dazu. Ich habe schon immer, nachdem mein Bruder mit seiner Freundin mal dort gewesen ist und begeistert davon erzählt hatte, mit meinen Füßen gescharrt, auch mal auf diese ganz besondere Veranstaltung zu gehen. So war mein erster Jahreswechsel mit den Bläck Fööss von 2004 auf 2005. Ich kann nur sagen, es war super.
Die große Bühne stand immer in der Mitte der Halle. Damit ich immer sehr nah an der Bühne war, habe ich mir doch direkt immer einen Stehplatz genommen. Auch die vielen anderen Menschen, die dort immer hingegangen sind, waren alles Gleichgesinnte. Man fühlte sich wie in einer großen Familie und es fiel gar nicht schwer, schnell in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen.
Das Konzert war immer in drei Blöcke aufgeteilt:
Man konnte sich vorher Sekt kaufen bzw. sind Servicekräfte rumgegangen, die Sekt verkauft haben, und wer wollte, konnte sich einen kaufen und dann anstoßen. In der Arena gibt es oben an der Decke so einen quadratischen Würfel, von da konnte man dann das Feuerwerk über Köln sehen. Aber es gab draußen am Westausgang auch ein eigenes Profifeuerwerk, das Pyrotechniker immer jedes Jahr für die feiernden Gäste vorbereitet haben.
In den Pausen habe ich mir immer etwas zu Trinken und eine Kleinigkeit zu Essen besorgt. Während des Konzertes eher weniger, denn immer einen Becher in der Hand zu halten erschwert das Schunkeln und Tanzen und Klatschen. Und wenn man den Becher auf den Boden stellt, ist er oftmals ganz schnell leer, denn es ist bei tanzenden und feiernden Gästen nicht zu vermeiden, dass die dann nicht immer drauf achten, wo sie hintreten, und plötzlich gibt es eine Pfütze auf dem Boden.
Beim ersten Mal, also von 2004 auf 2005, hatte ich mit meinem Vater vereinbart, dass er mich in Leverkusen Mitte dann an der S-Bahn abholt. Ja, und das hatte auch ganz gut funktioniert. Es war echt so schön gewesen, mit meiner Lieblingsband in das neue Jahr zu feiern. So wusste ich bereits direkt nach dem ersten Mal, dass ich das im nächsten Jahr auch wieder mache.
Beim zweiten Mal habe ich mich auch wieder mit meinem Vater für das Abholen in Leverkusen Mitte verabredet. Doch diesmal hatte ich nicht so viel Glück gehabt. Die S-Bahnen waren alle total überfüllt gewesen, dass keiner mehr rein passte, stellenweise auch total überfüllte Bahnsteige, wo Bahnschutzbeamte den Menschenverkehr gesteuert hatten. So konnte ich meine Bahn, die ich haben wollte, gar nicht bekommen und dachte nur „Was mach ich jetzt?“
Ich habe meine Mutter Zuhause angerufen und ihr die Situation geschildert und dass ich nicht wirklich wegkomme. Die Taxistände waren alle leergefegt, da Taxis im Dauereinsatz waren. Dann habe ich so um ca. 02:30 Uhr tatsächlich eine Bahn zum Kölner Hauptbahnhof bekommen, um zu schauen, ob ich von dort ein Taxi bekommen kann. Doch da war genau dasselbe Problem gewesen.
In der Zwischenzeit hatte mich auch mein Vater von zu Hause angerufen und hatte mir gesagt, dass er bereits von meiner Mutter informiert wurde. Er war aber keineswegs sauer, sondern hatte Verständnis gehabt aufgrund der überfüllten Situation in den Zügen und auf den Bahnsteigen und die Sache mit den Taxis. Im Gegenteil hatte er eher über die Bahn geschimpft, da sie immer ihren Kunden irgendetwas von Sonderzügen erzählen, aber irgendwie nicht wirklich welche gekommen sind, jedenfalls nicht Richtung Leverkusen Mitte oder Bergisch Gladbach. Bei der KVB ist das wohl kein Problem gewesen. Da gab es genügend Sonderzüge. Vor allem gab es bei der DB noch nicht die großen S-Bahn-Wagen so wie heute, sondern noch die alten Züge mit einer Lokomotive und gerade mal vier Waggons. Und das zu solchen Hochzeiten!
So mit Warten und immer wieder Hoffen, dass mal irgendetwas klappt, verging die Zeit, und irgendwann war dann so 06:30 Uhr morgens. Man soll es nicht glauben, aber da habe ich ein Taxi bekommen, das mich nach Odenthal/Blecher gebracht hat. Ich hatte ja meinen Hausschlüssel, so konnte ich ins Haus, ohne jemanden zu wecken. Ja, ihr könnt es euch sicherlich vorstellen, dass dies eine lange Nacht gewesen ist.
Ich habe mich dann ein bisschen schlafen gelegt und bei einem Katerfrühstück so ab 10:30 Uhr haben wir uns zusammen an den Tisch gesetzt und uns über den Silvesterabend unterhalten. Mein Vater hat mich gefragt, wie denn das Konzert gewesen sei und wie es mir gefallen hat? Dann habe ich begeistert davon erzählt und er hat sich gefreut, dass ich so einen tollen Abend hatte.
Er hat mir einen Vorschlag gemacht für die nächsten kommenden Jahre, da er ja wusste, dass ich so gerne die Fööss mag und dass diese Veranstaltung ein absolutes Highlight für mich war. So haben wir aufgrund der Erfahrung, die wir gemacht haben, die Lösung gefunden, dass ich mir in Köln ein Zimmer an Silvester buchen kann, damit ich in aller Ruhe die Veranstaltung genießen kann und mir keine Gedanken ums Nach-Hause-Kommen machen musste.
Also ab dem dritten Mal habe ich mir dann immer ein Zimmer gebucht, meist in der Jugendherberge in Deutz. Diese war auch nicht so teuer und am nächsten Tag konnte ich da dann auch noch gemütlich frühstücken. So bin ich dann immer schon mittags von zu Hause losgefahren, so dass ich bereits um 15:00 Uhr schon da war. Ab 15:00 Uhr konnte man auch immer schon einchecken.
Ich habe es mir dann auf meinem Zimmer gemütlich gemacht, indem ich etwas gelesen habe oder auch ein bisschen fernsah. Ich habe mir dann zur Einstimmung auf die große Sause in der Arena meist noch ein klassisches Silvesterkonzert angeschaut und „Dinner for One“ zur Einstimmung auf den Jahreswechsel. Wenn in der Jugendherberge mal kein Platz mehr war, wählte ich auch schon mal das InterCity Hotel am Kölner Hauptbahnhof.
Nach dem Konzert und den tollen Eindrücken ging ich dann ganz entspannt in mein Hotelzimmer und konnte dann gut und entspannt schlafen und habe manchmal sogar noch ein bisschen Silvester-Schlager-Party im Fernsehen geschaut. Wie gesagt, am nächsten Tag ging ich dann erst einmal frühstücken und bei schönem Wetter habe ich dann manchmal, bevor ich dann wieder nach Hause gefahren bin, noch einen Neujahrsspaziergang am Rheinufer und durch die Altstadt gemacht. Einmal war ich auch im Rheinpark und habe dort einen schönen Neujahrsspaziergang gemacht. Meist war ich dann so zum Mittag oder Nachmittag wieder Zuhause in Odenthal, wo es dann traditionell immer Neujahrsbrezel gab.
So hat sich das dann über die Jahre hinweg für mich zu einem tollen Ereignis entwickelt. Insgesamt habe ich die Veranstaltung 13 mal besucht, bis dann so langsam die Bläck Fööss Musiker in Rente gegangen sind. Heute gibt es die Veranstaltung in Form dieses Konzertes nicht mehr. Aber das war für mich auch eine ganz besondere und prägsame Zeit gewesen im Zusammenhang mit Kultur und meiner Lieblingsband.
Ja und die Lösung war doch top! So hatte ich etwas davon, nämlich, dass ich weiterhin auf die Veranstaltung gehen konnte, ich war inzwischen dann sowieso schon alt genug dafür und bezahlen konnte ich die Hotelübernachtungen inzwischen selber, und mein Vater hatte den großen Vorteil, mich nachts nicht mehr abholen zu müssen, und so konnte er die Nacht zum Jahreswechsel doch auch gut und entspannt feiern. So gab es für uns beide eine vorteilhafte Lösung. Also, auch wieder mal so ein Beispiel, dass man durch ein solches Gespräch doch direkt eine super Lösung finden kann.
Als Bläck Fööss Fan hatte ich die Bläck Fööss natürlich auch bei mir Zuhause in Form von CDs. So nach und nach habe ich mir immer wieder eine dazu geholt. Heute besitze ich alle CDs von der ersten bis zur letzten aktuellen. Die Eintrittskarten habe ich alle gesammelt und einige Autogrammkarten hängen in meiner Wohnung an der Wand.
Ich glaube insgesamt hat die Band so etwas über 400 Lieder im Programm – es versteht sich bestimmt, dass ich diese nicht alle auflisten kann.
Das wären so meine Lieblingslieder. Aber insgesamt finde ich alle Lieder sehr schön, vor allem die ganz alten Oldies aus früheren Zeiten. Ja und heute sind alle Urgesteine der Fööss in Rente. Nachwuchsmusiker halten die Musik aufrecht und geben weiterhin Konzerte mit kölschen Hits der Original Bläck Fööss.
Es ist schön, dass die Tradition weiter gepflegt wird und toll, dass es Menschen gibt, die das kölsche Liedgut aufrechterhalten.
So, dann mache ich mal Schluss an dieser Stelle und vielleicht hat ja jemand Lust bekommen, auf ein Konzert zu gehen. Wie gesagt: Die Silvesterkonzerte gibt es so nicht mehr, aber die „Tanzbrunnen“-Konzerte sowie die Konzerte in der „Philharmonie“ sowie im „Theater am Tanzbrunnen“ sind geblieben. Weitere Termine findet ihr auf der Homepage der Bläck Fööss.
Ich kann nur sagen, es lohnt sich!
Und jetzt sage ich mal „Bye Bye my Love – auf Wiedersehen“ – übrigens auch ein Lied von den Bläck Fööss – und bis zum nächsten Mal!