Mit 14 Jahren hatte ich mal eine akute Blinddarmentzündung. Wir hatten Sommerferien und machten einen Familienurlaub im Sauerland beim Ferienhotel Stockhausen. Als wir ankamen, ging es mir noch weitestgehend gut. Am nächsten Tag lag ich mit heftigen Bauchschmerzen im Oberbauch den ganzen Tag im Bett und konnte kaum aufstehen, geschweige denn etwas essen. Das Essen bekam mir nicht und ich musste mich übergeben.
In der folgenden Nacht verschwanden die Schmerzen im Oberbauch, dafür tat es dann im Unterbauch kolika rtig weh. Beim Umdrehen im Bett konnte man vor lauter Schmerzen fast schon gar nicht mehr schreien. Ich kann mich noch an ein ganz dumpfes Stöhnen erinnern, das ich so alle Minute von mir gegeben habe.
Ich war mit meinem Bruder und meinen Schwestern auf einem Zimmer. Mein Bruder war damals schon in Odenthal bei der Freiwilligen Feuerwehr und hatte in diesem Zusammenhang auch eine Rettungssanitäter-Ausbildung absolviert. Er wurde wach und merkte direkt, dass etwas nicht stimmte. Er alarmierte meine Eltern und bestand darauf, sofort den Rettungswagen zu rufen. Das wurde dann auch umgehend gemacht.
Nach gut 20 Minuten trafen sie ein, schauten erst mal, was Sache ist, zögerten aber nicht lange und beförderten mich mit einer Trage aus dem Hotelzimmer über den Flur durch das Treppenhaus in den Rettungswagen. Dort kam ich an einen Tropf. Meine Eltern und Geschwister fuhren mit dem Auto hinterher bis zu einem Krankenhaus in Bad Fredeburg. Dann ging es in die Notaufnahme und danach auf Station an einen weiteren Tropf – daraufhin folgte umgehend die quasi schon Not-Operation.
Ich wurde in den OP gefahren und es dauerte nicht lange, bis ich nach der Betäubung eingeschlafen war. Das Umheben vom Krankenbett auf den OP-Tisch war eine enorme Qual – zwei vorne und zwei hinten mussten anpacken, damit ich nicht auf den Boden gefallen wäre. Während der OP habe ich irgendwie selig geschlafen. Irgendwann wachte ich wieder auf und befand mich im Aufwachraum. Einige Chirurgen sagten mir immer wieder, dass ich tief ein- und ausatmen soll.
Nach der OP kam ich zunächst für etwa fünf Tage auf die Intensivstation. Ich war immer wieder an Tropfe angeschlossen und hatte noch einen Schlauch im Bauch, der jeden Tag ein Stück weiter rausgezogen wurde. Auf Normalstation ging es schon besser und ich war auch wieder ansprechbarer. Meine Eltern und Geschwister besuchten mich jeden Tag.
Ich war meinem Bruder sehr dankbar, dass er so schnell reagiert hatte. Ohne ihn hätte ich das sehr wahrscheinlich nicht überlebt. Mein Vater hatte zunächst nur gedacht, es seien normale Bauchschmerzen, die einfach wieder weggehen. Die Chirurgen sagten, dass ich schon einen Liter Eiter im Bauch hatte und es eine Stunde später zu spät gewesen wäre. Ich hatte einen schweren Schutzengel bei mir.
Nach der OP war ich noch gute zweieinhalb Wochen im Krankenhaus. Bevor ich wieder richtig essen konnte, gab es ungefähr sieben Tage lang nur eine ganz bestimmte Suppe. Aber es ging von Tag zu Tag bergauf und ich erholte mich gut. So verbrachte ich einen großen Teil des Urlaubes im Krankenhaus – aber Hauptsache mir wurde geholfen und ich wurde gerettet, sonst würde es diesen Text nicht geben.
Nach der Entlassung fuhren wir erst mal zum Friseur. Ein paar Tage im Sauerland hatte ich ja noch von meinem Urlaub. Dann fuhren wir nach Hause, ich blieb zwei Tage in Odenthal und anschließend ging es noch für zwei Wochen nach Stuttgart zur Oma. Spaziergänge konnte ich machen, aber mit Sport treiben war natürlich für die nächsten sechs Wochen nichts – damit die innere Wunde zuheilen und nicht wieder aufplatzen konnte.
Fünf Jahre später hatte ich einen Leistenbruch, den ich im EVK in Bergisch Gladbach operieren ließ. Ein solcher Bruch ist nicht direkt gefährlich, kann es aber werden, wenn man ihn nicht behandelt. Also wartete ich auch da nicht lange und ließ ihn operieren, damit die Folgen nicht noch größer wurden.
Auch da lag ich ein paar Tage im Krankenhaus – jedoch nicht auf der Intensivstation. Im Gegensatz zur Blinddarmoperation war es ein kleiner Eingriff, der allerdings auch etwa eine Stunde dauerte. Seitdem habe ich auf der rechten Seite meiner Leiste ein Netz eingebaut, damit sich kein Gewebe mehr durchdrängen und Teile vom Darm einklemmen kann.
Ich hatte auch dabei etwas Angst vor der OP und auch die Nebenwirkungen sind nicht ganz ohne. Aber im Nachhinein war ich froh, dass ich es gemacht habe. Die Alternative, hätte man es nicht gemacht, möchte ich mir nicht ausmalen.
Das waren meine zwei Bauch-OPs. Seit einigen Jahren habe ich mir fest vorgenommen, alle zwei Jahre zum Check-up zu gehen – eine Grunduntersuchung von Kopf bis Fuß. Denn Früherkennung kann in der Tat Leben retten. Je früher man etwas behandelt, desto geringer ist letztendlich auch der Behandlungsaufwand.
Vor einem Jahr wurde festgestellt, dass ich dauerhaft einen zu hohen Blutdruck habe. Dagegen nehme ich jetzt morgens immer eine Tablette. Ich habe mich auch informiert, welche Lebensmittel für den Blutdruck gut sind, und kombiniere diese. Zwischendurch mache ich mal eine Kontrollmessung und muss sagen, dass es bisher sehr geholfen hat.
Derzeit trage ich auch eine Orthese an meiner linken Hand, da ich schon seit Wochen Schmerzen im Handgelenk verspüre. Ich ging zum Arzt, bevor es noch schlimmer werden konnte. Er schilderte die Diagnose klar: Sehnenscheidenentzündung! Am Abend nehme ich eine schmerzlindernde Tablette dagegen und die verschriebene Orthese muss ich erst mal 14 Tage tragen. Es ist schon besser und erträglicher geworden – nach den 14 Tagen melde ich mich noch mal bei meinem Arzt und dann wird weitergeschaut. Derzeit sieht es nach einem guten Heilungsprozess aus.
Ich habe einen sehr guten Arzt und es hat mir bisher immer geholfen, wenn es etwas zu behandeln gab. Auch habe ich mich schon mehrfach bei ihm dafür bedankt.
Weitere regelmäßige Check-ups: zahnärztliche Untersuchungen, Hautkrebsuntersuchungen – und beim nächsten Mal kommt auch noch die Darmspiegelung dazu.
Ich mache mich jedoch nicht verrückt – aber bisher hat sich bei mir bewiesen, dass Früherkennung hilft und dass die Beschwerden nicht größer werden, wenn man rechtzeitig zum Arzt geht. Wenn man sich konsequent daran hält, was der Arzt sagt, ist die Wahrscheinlichkeit einer guten Heilung sehr viel höher. Mein Wohlergehen ist für mich sehr wichtig.
Ich kann mich daran erinnern, dass ich mir auf der Arbeit mal den Kopf an einem offenen Fenster gestoßen habe. Das war im Kopierraum. Mir war etwas runtergefallen, das ich dann aufhob. Ich war etwas abgelenkt und dachte beim Hochkommen nicht mehr an das offene Fenster – und stieß meine Stirn mit voller Wucht an einer Fensterkante an. Ich hatte plötzlich eine kleine Platzwunde an der Stirn.
Mein Chef meinte, das sollte besser in einem Krankenhaus zugenäht werden. Also fuhr mich ein Kollege vom Betriebshof in das Remigiuskrankenhaus in Leverkusen-Opladen. Dort saß ich eine Weile in der Ambulanz, bis ich dran kam. Die Wunde wurde desinfiziert und behandelt. Damit die Wunde auch richtig verheilt, musste ich in der Mitte meiner Stirn ein großes quadratisches Pflaster tragen. Sah ein bisschen komisch und lustig aus – aber was sein muss, muss sein. Das ging gute eineinhalb Wochen so, dann konnte ich das Pflaster wieder weglassen. Man kann jetzt nicht mehr erkennen, an welcher Stelle ich mal eine Platzwunde hatte. Hätte ich mich geschämt oder blamiert gefühlt, mit so einem Pflaster auf der Stirn in der Öffentlichkeit herumzulaufen, wäre die Narbe heute noch zu sehen.
Im Umgang mit Behandlungen und im Wohlergehen meiner Gesundheit bin ich sehr konsequent und dankbar für jede Art von medizinischer Hilfe, wenn sie benötigt wird – wie beispielsweise die Orthese am linken Arm aufgrund der Sehnenscheidenentzündung.
Bleibt gesund und ich freue mich auf ein baldiges Wiedersehen mit euch!
Bis dahin alles Gute und bis zum nächsten Bericht!