Mit diesem Text möchte ich gerne eine kleine nachdenkliche Hommage an den sogenannten Alltagswahn im Allgemeinen schreiben, diesem ich schon das ein- oder andere Mal begegnet bin.
Manchmal kommt es im Alltag vor, dass etwas diskutiert wird – wie z.B. die Handhabe eines Generalschlüssels in einer Firma. Diesen habe ich mal benötigt und mir diesen als Mitarbeiter, der schon 15 Jahre in ein und derselben Firma arbeitet, aus dem Schlüsselkasten genommen, da ich diesen nur mal kurz benötigt habe, um aus dem Keller ein paar Ordner zu holen. Die Sekretärin war nicht da gewesen, weshalb ich ihr nicht sagen konnte, dass ich den Schlüssel eben kurz benötige. Die Kollegin, die mich geschickt hat, hatte mir gesagt, dass sie Bescheid geben würde, dass ich mir den Schlüssel nehme bzw. genommen habe.
So kam die Sekretärin mir plötzlich im Treppenhaus entgegen und meinte, was ich in meiner rechten Hand hätte? Ich sagte: Das ist der Generalschlüssel, den ich kurz benötige, um aus dem Keller ein paar neue Ordner hochzuholen.
Ja und dann ging es schon los: Sie pampte durch das ganze Treppenhaus, als ob jetzt wunder was ganz Schlimmes passiert wäre. Sie muss das doch wissen, wer sich den Schlüssel nimmt, und man könnte sich diesen doch nicht einfach aus dem Schlüsselschrank nehmen. Sie war also wirklich sehr eskalierend und aufbrausend. Ich habe versucht, ruhig auf sie einzureden und dass sie sich mal wieder etwas einkriegen sollte. Hat alles nichts genützt, obwohl ich ihr auch gesagt hatte, dass die Kollegin Bescheid weiß und ihnen das ja dann auch gleich gesagt hätte.
Antwort: Ohne meine Absprache geht niemand an den Schlüsselkasten, ich muss wissen, wer den Schlüssel hat und wo er ist.
Dann sagte ich: Jetzt wissen sie es doch, und außerdem – wie soll ich sie an ihrem Arbeitsplatz fragen, wenn sie gerade nicht dort sind? Und außerdem, wie lange arbeite ich hier eigentlich schon? Ich muss eine Arbeit erledigen und dazu brauche ich jetzt ein paar Ordner! Gerne können sie mit in den Keller gehen und die Ordner holen, ich helfe ihnen beim Tragen, dann können wir schon als Vorrat ein paar mehr Ordner hochholen, dann müssen wir nicht gleich wieder in den Keller gehen!
Antwort: Ich habe aber jetzt keine Zeit, ich muss in eine Besprechung!
Sie riss mir den Schlüssel aus der Hand, worauf ich dann etwas lauter und bestimmter wurde! Infolgedessen hat sie sich direkt bei meinem Betriebsleiter beschwert und so gab es wegen so einer Belanglosigkeit ein Gespräch. Wenn man sonst keine Mitarbeitergespräche führt, aber über so einen Stuss muss natürlich sofort ein Gespräch geführt werden.
Ich bin zu meiner Kollegin gegangen, die auch nur mit dem Kopf geschüttelt hat über so ein dummes fachidiotisches Verhalten der Sekretärin. Nur Machtgehabe. Das Ende vom Lied war, dass meine Kollegin dann letzten Endes den Schlüssel erneut aus dem Schrank geholt hat mit einem entsprechenden Zettel als Notiz, den sie dann Frau Sekretärin auf den Schreibtisch gelegt hat, da Frau Sekretärin ja bereits schon in einer Besprechung war.
Mein Betriebsleiter, mit dem ich am nächsten Morgen gesprochen habe, meinte zu mir: So können sie aber nicht mit der Sekretärin sprechen. Bitte gehen sie sich heute bei ihr entschuldigen! Die ganze Situation und dass ich doch um Himmels Willen nur meine Arbeit erledigen wollte, hat ihn gar nicht interessiert. Warum nicht jeder Mitarbeiter so einen Schlüssel hat, fragen sich viele Kollegen schon seit Jahren!
Ja, das war ein Erlebnis der besonderen Klasse! Da sieht man mal, wie machtbesessen manche hochnäsigen Kollegen sein können.
Der Fall ging gut aus: Ich habe mich entschuldigt und habe mir meinen Teil gedacht. Mal schauen, was die nächste Begegnung so bringt.
Tipp: Auch wenn man in solchen Situationen innerlich am Kochen ist – Ruhe bewahren und nicht die Beherrschung verlieren. Es lohnt sich nicht, sich wegen solchen Banalitäten kaputt zu machen. Hätte ich nun meine Arbeit wegen diesem Machtgetue nicht durchführen können, hätte ich gedacht: „Shit Happens“, „Arschlecken“!
Ewiges Rumgezeter, ewiges Rumkritisieren, fehlende Kommunikation – was bedeutet: Der eine weiß nicht, was der andere macht, auf den Leuten rumhacken! Mein Gott, was muss das Spaß machen!
Ich denke mir, wenn einige mal eine etwas andere Einstellung gegenüber ihren Kolleginnen/Kollegen hätten, würde bestimmt auch einiges besser funktionieren und zwar ohne ständige Missgunst. Scheinbar ist den Leuten ein harmonischer Umgang zu langweilig, weshalb es immer irgendeinen Krawall geben muss.
Ich habe das Thema mal mit meinem Vorgesetzten besprochen. Er meinte nur: Arbeit ist nicht immer harmonisch und Arbeit ist auch anstrengend!
Ich dachte mir nur: Ok, jetzt habe ich sogar gelernt, dass Arbeiten sogar auch anstrengend sein kann, weshalb andere Kollegen lieber den ganzen Tag essen statt arbeiten. Wenn ich mal mehr Arbeit hätte, wäre ich ja mehr ausgelastet und hätte mal nicht so viel Luft zwischendurch, und außerdem verdiene ich doch mein Geld mit Arbeit. Ich finde die Arbeit derzeit nicht wirklich anstrengend. Am anstrengendsten finde ich eher das ganze unqualifizierte Rumgerede um mich herum, das ewige Runterziehen von Kollegen etc.
Und was Harmonie anbetrifft: Ja, selbstverständlich muss nicht immer alles harmonisch sein, aber es kann auch nicht ständig alles unharmonisch und vor allem unharmonisch herabwürdigend sein! Naja, wahrscheinlich mögen das die Leute!
Aber ihr wisst ja aus meinem Text des Perspektivwechsels: Nicht unterkriegen lassen und immer weitermachen! Mittlerweile nehme ich vieles mit Humor und fange langsam auch an, vieles aufs Korn zu nehmen, sonst hält man es ja gar nicht mehr aus! Mittlerweile bereitet es mir auch Freude, über solche Ereignisse zu schreiben.
Es nützt nichts aufzubegehren: Wenn dies geschieht, ziehen wir immer den Kürzeren. Wir sind die Kranken, wir wissen nicht, was wir tun, und letztendlich werden wir – auch wenn wir Recht haben – zur Rechenschaft gezogen. Die Verursacher werden irgendwie immer in Ruhe gelassen. Es ist ungerecht, aber nicht zu ändern.
Ja, man hat mir nun jetzt sogar noch das Telefon weggenommen, da ich jetzt plötzlich unfreundlich gegenüber Kunden und Auftraggebern geworden bin, was meine Kollegin überhaupt gar nicht bestätigen kann. Das Telefon steht jetzt bei einer weiteren anderen Kollegin. Na gut, wenn das jetzt so ist: Dann gehe ich eben auch nicht mehr ans Telefon. Was soll’s!
Trotzdem bin ich gut drauf, sollen sie doch machen. Vielleicht ergibt sich ja doch eines Tages noch etwas Anderes bei mir! Ich bleibe jedenfalls dran, ansonsten am besten die Einstellung haben: „Am Arsch vorbei führt auch ein Weg“! Solange ich noch einen PC zum Arbeiten habe, geht es ja noch!
So, das war noch mal etwas aus dem Arbeitsalltag. Man ärgert sich oftmals über solche Ereignisse, aber im Nachhinein kann man auch wieder verschmitzt darüber lachen.
Wenn ich mit dem Bus fahre, habe ich auch schon mal die ein- oder andere unsympathische Begegnung gemacht:
Einmal hat mich ein Jugendlicher im Bus darauf angesprochen, ob ich irgendwelche Probleme hätte und warum ich ihn die ganze Zeit so blöd angucken würde! Er hatte auch seine Freundin dabei. Ich habe nur gedacht: Was willst du von mir? Das ging dann die ganze Fahrt so bis zur Haltestelle „Calevornia“ in Lev. Manfort. Das war in der Linie 222 und ich war auf dem Nachhauseweg. Als die ausgestiegen sind, ging seine Freundin vor und er mit einem ganz aggressiven Blick an mir vorbei mit den Worten: „Auf dass wir uns nie wieder sehen.“ Ich habe ihm nur noch hinterhergerufen: „Raus mit dir und halt deinen rotzfrechen Mund.“ Ich glaube, wenn keine anderen Leute im Bus gewesen wären, wäre er doch glatt auf mich losgegangen.
Vor einer Woche ist mir so was Ähnliches auch wieder im Bus auf der Heimfahrt vom Café Grenzenlos nach Schildgen passiert. Ein 16- oder 17-jähriger Junge, schätze ich, stand plötzlich vor mir und fragte aggressiv: „Was gucken sie mich so an?“
Also, was haben die Leute eigentlich für Probleme?
Wirklich arme Leute, wo ich mir denke: Lauft doch am besten zu Fuß oder fahrt mit dem Fahrrad und passt auf, dass euch niemand anschaut!
Tipp: Wenn ihr mal so etwas erlebt – am besten weggucken und ignorieren, alles andere bringt wie so oft schon erwähnt gar nichts. Sich am besten immer nur seinen Teil denken. Allerdings ist es möglich, sich in einer brenzligen und bedrohlichen Situation selbst zu verteidigen, wenn man dies vorher ankündigt. Und dann ist man safe und es kann nichts passieren. Ich bin extra eine Haltestelle später ausgestiegen, da ich nicht wusste, wie er drauf ist.
Einmal wurde ich sogar am Flaschencontainer beschimpft, weil ich versehentlich um 3 Minuten nach 18:00 Uhr noch 8 kleine Gläser in den Glascontainer geschmissen habe. Laut seinen schimpferischen Aussagen war ich ein „ignorantes Arschloch“, ein „Pisser“, ein „Wixer“ und haste nicht gehört. Ich bin ruhig geblieben und danach ganz gelassen wieder gegangen, was ihn bestimmt noch mehr geärgert hatte. Anlegen macht bei solchen Leuten keinen Sinn, die können so aggressiv werden und nachher bekommt man noch eine drüber. Wer weiß, was dieser Mensch für einen Frust hatte? Irgendein Opfer findet man ja immer, um seine Launen rauszulassen.
Und wenn mir jemand in der Fußgängerzone entgegenkommt und mich dumm anguckt, weil ich vielleicht gut gelaunt bin: Scheiß egal, weitergehen und noch mehr lachen!
So, meine lieben Leser! Mit diesem kleinen nachdenklichen Text über solche Alltagsbegegnungen und Erlebnisse wollte ich einfach mal wieder ein bisschen Dampf ablassen, denn das ist ja auch sehr wichtig! Wie gesagt: Schreiben hilft!
Das war nun meine spannende und etwas verschmitzte humorvolle Geschichte, was meine Erfahrungen mit dem Alltagswahn anbetrifft! Diesen Alltagswahn gibt es in der Kette e.V. gottseidank nicht! Kleine Streitigkeiten sind normal und Meinungsverschiedenheiten oder eben auch Missverständnisse können immer mal vorkommen. Doch darüber – wie ich es ja auch schon mal in einem Text beschrieben habe – lässt sich reden, wenn man es vernünftig macht!
Aber Beleidigungen und aggressives Verhalten und menschenherabwürdiges Verhalten und machthaberisches Getue hat mit all dem gar nichts zu tun.
Nachdem ich mich nun mit diesem Text wieder etwas befreit habe, freue ich mich wieder auf einen meiner nächsten Berichte! Bestimmt wieder aus dem Bereich Kultur!
Jedenfalls macht es mir Spaß zu schreiben und dieses Schriftstück hat mir wirklich sehr gut getan!